
Kräuter-Lexikon
Regionale und saisonale Superfoods für dein Wohlbefinden
Waldbaden und Kräuter sammeln lässt sich wunderbar miteinander verbinden und dabei tust du deinem Körper und deiner Seele was Gutes. Falls es doch mal schnell gehen muss, hilft die Gemüsekiste, der Wochenmakrt oder der Biomarkt in deiner Nähe.
Brennnessel

Die Brennnessel ist wie der Löwenzahn und der Knoblauch eine sehr alte Heilpflanze. Sie ist bekannt für ihre blutreinigenden und entgiftenden Eigenschaften. Sie stimuliert unsere Nieren und wirkt harntreibend, somit werden Giftstoffe schneller aus dem Körper geschleust und ausgeschieden. Aber die Brennnessel kann noch mehr: sie reinigt und regeneriert unseren Verdauungstrakt und befreit ihn von Schlacken. Schlacken können die Nährstoffaufnahme im Darm behindern und langfristig zu einem Nährstoffmangel führen.
Die Pflanze enthält neben dem allgemein bekannten Eisen noch die Mineralien Chrom, Zink (wichtig für unser Immunsystem), Kupfer, Kalzium, Silizium (wichtig für Haut und Haare), Magnesium (gut für unserer Muskeln) und natürlich einiges an Vitaminen. Ein wahres Superfood!
Zubereitung:
Die frischen Blätter können als Tee überbrüht und getrunken werden
Oder in eine Wasserkaraffe über Nacht geben und den Wasserauszug am nächsten Tag trinken
Blätter für später einfach an der Luft trocknen und daraus später Tee kochen
Als Spinatersatz kochen, selbe Zubereitung
Pesto mit Pinienkernen
Im Smoothie: das ist übrigens mein Geheimtipp für alle Eltern, die ihren Kindern gerne eine extra Portion natürliche Vitaminquelle zuführen möchten: die Kinder werden es nicht rausschmecken (erst danach verraten :-))
Die weiblichen Samen der Pflanze im Herbst sammeln und trocknen, für Porridge, Müsli oder auch Smoothies
Hagebutte

Die Hagebutte ist eine außergewöhnliche Heilfrucht, die uns in der freien Natur und in Hausgärten reichlich begegnet. Sie ist die Frucht der „Rosa Canina“ (Hundsrose) und kann bedenkenlos gesammelt werden, da es keine giftigen Hagebutten gibt. Die Hagebutte ist ab September zu finden, und nach dem ersten Frost ist sie auch weich und kann direkt verzehrt werden. Dazu die Frucht zwischen die Daumen klemmen und das weiche Mus herausdrücken. Achtung: ihre Kerne und Härchen können reizend wirken, daraus wurde früher das berühmte Juckpulver hergestellt!
Die Hagebutte enthält Vitamin C (mehr als Zitronen), Flavonoide, Gerbstoffe, ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe. Die Hagebutte wird zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen wie Blasen-, Nieren-, Atemwegs- und Nasennebenhöhlenentzündungen sowie Erkältungen und Grippe eingesetzt.
Hagebutten:
reduzieren Entzündungen im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen wie Arthritis und Fibromyalgie
entlasten den Verdauungstrakt, wirken abführend auf den Dickdarm und helfen, Flüssigkeitsansammlungen und Blähungen zu vermeiden
beugen Schwindelgefühlen und Schwindelanfällen vor
helfen die Menstruation regulieren, Gebärmutterkrämpfe zu lindern und Brusterkrankungen vorzubeugen
helfen das Blut- und Lymphsystem zu reinigen und zu nähren
stärken den Kreislaufs, die Atemwege und das Verdauungssystem
unterstützen die Thymusdrüse, ein spezielles Organ, das dem Immunsystem hilft, optimal zu funktionieren
Hagebutten können konsumiert werden als:
Tee: die Früchte sammeln, halbieren, Kerne raus nehmen und dann trocknen lassen
Kerndltee: Kerne trocknen, mit heißem Wasser aufgießen und dann abschließend durch einen Kaffeefilter durchlassen. Genauso gut funktioniert auch ein Kaltwasserauszug über Nacht. (hilft bei Blasen und Nierenschwäche)
Pulver: entweder im Bioladen kaufen oder Früchte sammeln und trocknen, und anschließend im Mixer schreddern (super bei Gelenkschmerzen)
Mus: 4-5 frische Früchte ausdrücken und das Mus mit dem Mund abnehmen
Diese heimische Superfrucht ist wirklich ein Allroundtalent!
Knoblauch

Knoblauch besticht durch seine antioxidativen und antimikrobiellen Eigenschaften und ist daher wie der Löwenzahn ein Klassiker im Bereich der Entgiftung. Er aktiviert Entgiftungsenzyme und regt den Blutkreislauf an.
Durch seine Schwefelbestandteile besitzt der Knoblauch hervorragende Chelate, die wir im Kampf gegen giftige Metalle einsetzen können. Chelate haben die besondere Eigenschaft, Schwermetalle zu binden, damit diese aus dem Körper ausgeschieden werden können.
Die ersten Jahre meiner Kindheit habe ich in Rumänien verbracht und hier haben mir meine Eltern oft ein Knoblauchbrot serviert, da Knoblauch die Fähigkeit besitzt, Parasiten und Würmer aus dem Dickdarm zu vertreiben. Andere Mittel gab es nicht, daher mussten die Menschen auf natürliche Helfer zurückgreifen.
Knoblauch ist zudem entzündungshemmend und ideal bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Lupus, Fibromyalgie, Borreliose, Schleimbeutelentzündung, Gürtelrose und chronischem Müdigkeitssyndrom. Er stärkt unser Immunsystemund unsere Abwehrkräfte!
Verwendung:
Optimaler ist der rohe Verzehr, dann entfaltet er seine volle Wirkung
Durch das Erhitzen werden leider oft wertvolle Inhaltsstoffe zerstört
Generell kann Knoblauch einfach ganz fein geschnitten in jedes würzige Essen oder Salatdressing integriert werden
Achtung: wenn jemand eine sehr belastete Leber hat, kann eine große Menge starke Detoxerscheinungen wie Magenschmerzen oder -druck erzeugen. Lieber vorsichtig starten und langsam steigern!
Löwenzahn

Löwenzahn ist eine der ältesten Heilpflanzen. Durch seine zahlreichen wertvollen Pflanzenstoffe kann er unseren Körper vor vielen Krankheiten schützen und Beschwerden lindern. Er ist auch unter folgenden Namen bekannt: Echter Löwenzahn, Gemeiner Löwenzahn, Gebräuchliche Kuhblume, Gemeine Kuhblume, Butterblume, Pusteblume, Bettseicher, Pfaffenröhrlein oder Mönchskopf.
Wusstest Du, dass Löwenzahn krebshemmende und antidiabetische Eigenschaften besitzt? Oder dass er die Leber und Nieren stärkt und damit die Entgiftung optimal unterstützt? Durch seine harntreibende Wirkung werden die Giftstoffe schneller aus dem Körper geschleust.
Löwenzahn ist vollgepackt mit Vitaminen und Mineralien wie Vitamin A, C, E und K sowie Kalzium, Eisen, Zink und Magnesium. Löwenzahn enthält außerdem etwa 14 % Eiweiß, also mehr Eiweiß pro Portion als Spinat. Besonders unsere Leber profitiert von ihm, da er ihr hilft, Giftstoffe auszuspülen und den Körper zu remineralisieren. Somit ist der Löwenzahn ein idealer Begleiter für Frühjahrskuren oder Leberreinigungen.
Der hohe Gehalt an Betacarotin und Flavonoiden wirkt sich auch positiv auf das Immunsystem und das Herz-Kreislauf-System aus. Löwenzahn ist außerdem eine der reichsten Quellen für pflanzliches Vitamin K, das für die Gesundheit der Knochen und des Nervensystems wichtig ist, und für Vitamin A, das für die Gesundheit der Augen und der Haut unerlässlich ist.
So, jetzt weißt Du eine Menge über die wunderbaren Inhaltsstoffe, aber wie kannst Du den Löwenzahn einsetzen?
Das ist sehr einfach: Du kannst bei Löwenzahn alle Teile verwenden, also Blüten, Blätter, Wurzel und Stängel. Du findest ihn auch fast ganzjährig im Garten oder in der freien Natur. Er ist super leicht zu erkennen (typische Blattform und gelbe Blüte) und da er keinen giftigen Zwilling hat, ist er auch für Pflanzenbestimmung-Anfänger das ideale Heilkraut.
Ich verwende die jungen frischen Blätter (sind noch nicht ganz so bitter) im Salat, im Smoothie und beim Entsaften. Aus den Blüten kann ein Tee gekocht werden, oder sie werden einfach über Kuchen oder Porridge als Dekoration gestreut.
Die Blüten eignen sich auch zur Herstellung eines Löwenzahn-Sirup, der gerade für vegan lebende Menschen eine Alternative zum Honig darstellt.
Ich möchte Dich ermutigen, dieser einfachen und doch so wunderbaren Pflanzen eine Chance zu geben und sie in deinen Speiseplan zu integrieren. Sammle ein paar Blätter und Blüten bei deinem nächsten Spaziergang, spüle sie daheim kurz ab, wickel sie in ein feuchtes Baumwolltuch (so kannst Du sie 1-2 Tage im Kühlschrank lagern) und verzehre sie einfach zu deiner nächsten Mahlzeit.
Bitte denke daran: Alle Pflanzen, die wild wachsen, wurden nicht genmanipuliert und sind noch voller Vitalstoffe, da sie sich in ihrer natürlichen Umgebung durchsetzen müssen. Medical Medium empfiehlt explizit den Verzehr von wilden Kräutern, da diese einen so positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben!
Spitzwegerich

Er wächst überall und die meisten Menschen treten einfach auf ihn drauf und bemerken ihn nicht, den Spitzwegerich.
Dabei ist er der „König der Wege“ (das bedeutet sein Name) und hilft uns ganz wunderbar im Kampf gegen Atemwegserkrankungen.
Er hat sich mittlerweile fast auf der ganzen Welt verbreitet, da seine Samen oft an den Schuhen oder Füßen hängen bleiben und so als stille Begleiter mit auf die Reise kamen. 😊
Der Spitzwegerich ist eine alte Heilpflanze und unterstützt uns bei Atemwegsinfekten, wenn unsere Mundschleimhaut gereizt ist oder bei kleinen Wunden und als Anti-Mücken-Juck-Mittel. Falls man sich unterwegs die Haut einreißt, einfach ein paar Blätter sammeln, diese zerknautschen und anschließend auf die Wunde legen.
Der Spitzwegerich enthält Gerbstoffe, Aucubin, Vitamin B & C, Zink, Kalium, Schleimstoffe und Germanium. Durch diese Inhaltsstoffe wirkt er abschwellend, antibakteriell, antiseptisch, blutstillend, entzündungshemmend, wundheilend & zusammenziehend.
Seine Einsatzgebiete sind: Asthma, Bronchitis, Husten, Hautentzündungen, Reizdarm, Wunden, Mückenstiche, Verbrennungen.
Von der Pflanze kann alles verwendet werden.Auch sein breitblättriger Bruder (der mittlerer Wegerich) ist hierbei zu nennen. Nahrung: Zarte Blätter kannst Du im Salat verwenden oder einfach eine Suppe daraus kochen. Die Blüten haben ein Pilzaroma, die Samen kann man einfach ins Porridge geben.
Tee: frische oder getrocknete Blätter mit heißem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen. Mit Honig süßen.
Hustensirup: Blätter sammeln, klein schneiden und in ein Glas mit Honig abwechselnd schichten. Kühl und dunkel stellen, immer wieder mal umdrehen und nach 3 Monaten den Honig abseihen.
Ich sammle die Blätter und trockne sie für Tee, esse sie im Salat oder lege sie in Honig ein, um daraus Hustensirup herzustellen.
Zu Gründonnerstag hüpft der Spitzwegerich auch in meine Suppe.

Als persönlicher EMB-Coach stehe ich dir zur Seite. Nimm gleich heute Kontakt zu mir auf - ich freue mich auf dich!
Deine Heidi